Mit Holunder gegen Grippe, Corona und Erkältung

Update am :

Es ist kein Zufall, dass uns Grippe und Erkältung gerade in Winter und Frühjahr heimsuchen, denn wenn die Sonne fehlt und die Temperturen fallen, verliert auch unser Immunsystem an Kraft.

Für jedes Grad Celsisus, das wir an Körpertemperatur verlieren, sinkt die Aktivität unserer Immunzellen um rund 10%. Und so haben Viren und Krankheitserreger in der Kälte ganz besonders leichtes Spiel.

Bei Ausbruch der Krankheit brauchen wir deshalb effiziente Waffen, die uns im Abwehrkampf zur Seite stehen.

Holunder als Erste Hilfe

Der Schwarze Holunder, Holderbusch, Holler oder auch Sambucus Nigra findet seit vielen Jahrhunderten Verwendung als Farbstoff und Lebensmittel, aber vor allem als Heilmittel gegen Infektionskrankheiten von Grippe bis Blasenentzündung.

Dabei sind vor allem die Beeren des Holunderstrauches reich an Wirkstoffen, die unser Immunsystem bei der Infektabwehr tatkräftig unterstützen.

Die Anthocyane und Polyphenole des Holunders schützen unsere Abwehrzellen, wenn diese mit aggressiver Chemie gegen Viren und Erreger vorgehen.

Besonders gehaltvoll ist Holunder aber auch an gesunden Flavonoiden, und übertrifft damit die Heidelbeere, Cranberry, Goji- und Brombeere um ein Vielfaches.

Die Inhaltsstoffe des Holunder wirken aber auch deshalb so positiv auf den Krankheitsverlauf, weil sie für ein Abschwellen der Schleimhäute sorgen.

Dies reduziert die Gefahr von Folge-Infekten in Nase und Nebenhöhlen. Gleichzeitig macht es die Erkältung für uns erträglicher, da wir nachts nun freier atmen können. Was wiederum den Schlaf verbessert, und damit auch die Genesung beschleunigt.

Wie wirkt heißer Holunder?

Angewendet wird Holunder seit altersher als Holundersaft mit heißem Wasser. Das warme Getränk stillt unseren Wärmebedarf bei Krankheit, gleichzeitig werden die Wirkstoffe im Holunder besonders gut aufgenommen.

In heutiger Zeit sind natürlich auch Holunderextrakte als Kapseln im Handel erhältlich. Doch in seiner Wirkung ist “heißer Holunder” ein Klassiker und bleibt in seiner wohltuenden Wirkung das Heil- und Hausmittel der Wahl.

Holunder verkürzt die Erkrankung um rund 30% und auch die Schwere der Verläufe wird sehr deutlich abgemildert. Holunder steigert die Zahl unserer Abwehrzellen und er verhindert das Wachstum von Influenza– und Corona-Viren sowie Bakterien in den oberen Atemwegen.

Holunder wirkt antiviral und abschwellend bei akuter Infektion und scheint dagegen keine vorbeugende Wirkung zu haben. Regelmäßiger Holunderkonsum in der kalten Jahreszeit schützt also nicht besser vor einer Erkältung als die Säfte von Kirsche oder Sanddorn.

Erhältlich ist Holunder in Rezepturen mit Blüten oder Beeren. Da die heilende Wirkung jedoch vor allem von den Beeren ausgeht, empfiehlt sich bei Erkrankung die Verwendung der Beeren als Holundersaft oder -sirup. Zu finden im gut sortierten Lebensmittelhandel und natürlich in Reformhaus oder Bioladen.

In der Zubereitung gießt du einen Teil Holundersaft mit drei Teilen Kochwasser auf. Etwas abkühlen lassen, und gut warm trinken.

Roh und ungekocht sind Holunderbeeren giftig. Frisch gesammelte Holunderbeeren dürfen auf keinen Fall direkt vom Strauch oder Baum verzehrt werden!

Holunder & Friends

Um die Wirkung von Holunder bei Grippe, Corona und Erkältung noch zu verstärken, bieten sich weitere Helfer aus der Pflanzenapotheke an.

Adaptogene Heilpflanzen helfen dem Körper, sich an Stresssituationen anzupassen und Krisen besser zu überstehen. Zu den wohl bekanntesten Adaptogenen zählen die Heilpflanzen Ginseng, Schisandra, Ashwaganda, Maca, Kalmegh oder Cannabis.

Bei ersten Infekt-Symptomen zeigt neben Holunder vor allem Ingwer die beste Wirkung. Sobald es im Hals kratzt, eine frische Scheibe Ingwerwurzel im Mund lutschen und kauen. Die ätherischen Öle und Wirkstoffe verteilen sich in Mund, Rachen, Hals und Nase und bekämpfen dort die Virusinfektion. Gleichzeitig ist die Schärfe des Ingwers ein Weckruf für die lokalen Gewebe und Schleimhäute und stimuliert die Abwehrreaktion.

Um das Abklingen der Krankheit zu beschleunigen und den Körper wieder in die Spur zu bringen, bieten sich die pflanzlichen Produkte Kakao oder Carob an. Beide liefern Energie und helfen dem Körper beim Aufräumen nach überstandener Krankheit, ohne dabei den geschwächten Stoffwechsel zu überlasten.

Bei Carob handelt es sich um die Früchte und Samen des Johannisbrotbaumes, die dem Kakao geschmacklich sehr nahe kommen. Ich selbst verwende Carob deshalb vor allem in meinen Shakes und warmen Süßspeisen.

Wie vorsorgen bei Grippe, Corona und Erkältung?

Die wohl beste Vermeidung von viralen Infekten ist die Erkenntnis, dass es sich um ansteckende Krankheiten handelt, ausgelöst durch Viruspartikel. Solange es uns also gelingt, diese Viren von unseren Schleimhäuten fernzuhalten, sind wir auf der sicheren Seite.

Ideal wären natürlich Mundschutz in Bus und U-Bahn zur Erkältungszeit, doch ist dieser Grundschutz in unserem Kulturkreis noch nicht wirklich angekommen.

Wesentlich einfacher in der Umsetzung sind deshalb “Abstand” und das regelmäßige Waschen der Hände. Mit den Händen sammeln wir die Viren von Klinken, Tastatur und den Händen anderer Menschen. Diese Virenlast bringen wir dann bei unbewussten Handbewegungen ins Gesicht an Mund und Nase.

Eine weitere eher praktische Maßnahme bei verschnupften Arbeitskollegen im Büro oder ersten Erkältungsanzeichen ist die Nasenspülung. Mit Hilfe von Neti-Pots, den Nasenspülkännchen, wird die Nase mit Salzlösung durchspült. Die Schleimhäute werden dabei gleichzeitig gereinigt und befeuchtet. Denn die trockene Heizungsluft in Wintermonaten tut ihr übriges, um unsere Atemwege für virale Infekte besonders anfällig zu machen.

Genauso wichtig ist aber auch die richtige Ernährung in der Winterzeit. Unser Körper braucht nicht nur seine Dosis Vitamine, sondern nährende und hilfreiche Lebensmittel, die sowohl der Jahreszeit als auch deinem biologischen Typ entsprechen. Ungeeignete Nahrung fördert den biochemichen Stress und macht uns anfälliger für Kälte, Virus & Co.

Anlässlich der Corona-Krise findest du weitere Hinweise zur Vorsorge in meinem Newsletter zum Thema Corona.

Nahrungsergänzung mit Zink

In Sachen Nahrungsergänzung mit Mineralstoffen sind Magnesium und Zink die Mittel der Wahl, denn sie sind ein Booster für dein Immunsystem.

Beim Sport beschleunigt Zink die Regeneration. Bei Infekten werden die Dauer und Schwere der Erkrankung deutlich reduzuiert. Dabei liegt die Obergrenze einer Tagesdosis bei rund 40mg Zink.


Das Sonnenhormon: Vitamin D

Es ist kein Zufall, dass uns die Krankheiten in der sonnenlosen Winterzeit erwischen, denn jetzt sind unsere Werte und Speicherreserven für Vitamin-D am geringsten.

Vitamin-D ist das Steroidhormon, das durch Sonnenlicht und UVB in unserer Haut gebildet wird. Als Hormon reguliert Vitamin-D nicht nur Calciumaufnahme und Immunstatus, sondern den Energiestoffwechsel bis auf Ebene der Mitochondrien, unserer Zellkraftwerke.

Gerade im Winter ist daher die Nahrungsergänzung mit Vitamin-D sehr zu empfehlen. Als Ziel sollte dabei ein natürlicher Vitamin-D-Spiegel von 60-80 ng/ml angepeilt werden.

Ausgehend von einem flächendeckenden Vitamin-D-Mangel in Mitteleuropa und Werten von 10-30 ng/ml wäre bei akuter Erkrankung eine tägliche Dosis von 15.000 Einheiten zu empfehlen.

Ansonsten empfiehlt sich eine Dosierung von 8.000 Einheiten pro Tag, abhängig von Vitamin-D-Spiegel und Körpergewicht.

Zum Vergleich: Ein erwachsener Mensch produziert in einer Stunde sommerlicher Mittagssonne, und in Badehose, rund 10.000 Einheiten Vitamin-D.

Hier kannst du deine Vitamin-D-Dosis selbst berechnen: Vitamin-D Bedarfsrechner

Vitamine D und K2

Für einen gesunden Calcium-Stoffwechsel sollte die Nahrungsergänzung mit Vitamin-D immer mit Vitamin-K2 kombiniert werden. Im Handel erhältlich als kombinierte Tropfenpräparate von D3 und K2 in Öl.

Siehe hierzu auch folgenden Blogartikel: Krank durch Calcium?

Gibt es einen Zusammenhang von Blutgruppe und viralen Infekten?

Deine Blutgruppe ist ein zentrales Element deiner Immunabwehr, bestehend aus den Antigenen und Antikörpern deiner Blutgruppe. Die AB0-Antigene finden sich auf Körperzellen und in Körpersekreten, während die Anti-A und Anti-B Antikörper im Körper zirkulieren und patrouillieren.

Die verschiedenen Blutgruppen unterscheiden sich daher sehr stark in der Art ihrer Waffensysteme, abzulesen an den unterschiedlichen Risiken für Infekt und Krankheitsverlauf.

So zeigt Blutgruppe A eine sehr schnelle und starke Reaktion auf den Grippe Influenza-Virus Typ A, etwas schwächer auf Typ B. Auch Blutgruppe 0 ist wenig anfällig für Grippe.

Die Blutgruppen B sowie AB zeigen die schwächste Reaktion auf Influenza-Viren und sind daher entsprechend anfällig.

Beim Corona-Virus dagegen ein anderes Bild:

Hier scheint Blutgruppe A besonders anfällig, während Blutgruppe 0 weniger schwere Verläufe zeigt.

Wie lassen sich diese unterschiedlichen Corona-Risiken erklären? Dieser Frage gehe ich in einem aktuellen Beitrag auf Facebook nach.

Die richtige Ernährung in der kalten Jahreszeit

Im Winter brauchen wir Energie und Wärme, und darum sollten wir kalte und schwerverdauliche Nahrung wie Salat und Rohkost am besten meiden.

Ein gesundes Frühstück wäre demnach ein warmes Frühstück. Bestehend aus Getreidebrei, Porridge oder Reis, und den gesunden Zutaten aus deinem Ernährungsplan, Stichwort “Typgerechte Ernährung“.

Foto: Gewürze für den Winter
Die kalte Jahreszeit ist auch die Zeit der Gewürze. Mischungen aus Kurkuma, Kümmel, Ingwer, Zimt, Wacholder oder Rosmarin beleben den Stoffwechsel. Diese innere Wärme ist unser Bollwerk gegen Grippe und Erkältungskrankheiten. Ölziehen mit Sesamöl unterstützt Mundhygiene und die Atemwege. Foto: © foodfibel.de

Als Getränke bieten sich tagsüber warme Tees, heißes Wasser oder Ingwerwasser an.

Die Winterkälte ist auch die Zeit für mehr Fleisch, Brühe oder Knochensuppen.

Ideal sind auch Gerichte mit einer Extraportion Ghee-Butterschmalz. Da sehr gut verdaulich, bieten sich für die Abendmahlzeit herzhafte Suppen an, mit Wurzelgemüse, Fetten und Gewürzen.

Ebenfalls sollten wir in der Erkältungszeit auf Nahrungsmittel verzichten, die schädliche Inhaltsstoffe enthalten, und die mit unserem biologischen Typ kollidieren.

Diese Anti-Nährstoffe stören nicht nur unsere innere Biochemie, sondern beeinträchtigen auch unsere Immunfunktion. Und zwar ausgerechnet dann, wenn wir sie bei Erkrankung am dringendsten brauchen.

Es ist deshalb besonders wichtig, sich an die Ernährungsempfehlungen für deinen biologischen Typ zu halten.

Weiterlesen:

Einfach gesund essen – mit deiner eigenen Foodfibel

Corona, PubMed: Sambucus nigra extracts inhibit infectious bronchitis virus at an early point during replication

Influenza, PubMed: Inhibitory activity of a standardized elderberry liquid extract

Neti Pot und Nasenspülung