Ernährung 3.0 ist typgerecht

Gesunde Ernährung ist individuell und angepasst an deine Biologie.

Update am :

Am Anfang war der Hunger

Ob als Jäger und Sammler der Steinzeit, oder als Bauer im Mittelalter, stets waren wir von Hunger bedroht. Und so ging es beim Thema Ernährung in erster Linie um das nackte Überleben.

Wir aßen, was gegen den Hunger half, und was uns nicht gleich umbrachte. Denn wir lernten auch unsere Lebensmittel zu entgiften. Durch Einweichen, Fermentieren, Schälen, Kochen und Braten.

Und so war unsere Ernährung eher wahllos, geprägt von Geschmack und Verfügbarkeit, und natürlich auch abhängig von sozialem Rang und Wohlstand.

Gemälde: mittelalterliches Weihnachtsbankett.
Wer es sich leisten konnte aß Fleisch. Der Rest lebte eher vegetarisch.

Auch dürfen wir nicht vergessen, dass die Menschen von Antike bis Mittelalter viele heutige Lebensmittel noch gar nicht kannten.

Allein die giftigen Nachtschattengewächse Tomate, Kartoffel, Paprika und Pepperoni kamen erst mit Kolumbus aus Amerika zu uns nach Europa.

Die langfristigen Folgen ungesunder Nahrungsmittel waren dabei selten ein Thema, denn Kriege, Seuchen und Hunger sorgten für ein kurzes Leben. Alterskrankheiten wie Arthritis oder Krebs sind jedoch erst für Menschen über 40 interessant. Zu damaliger Zeit eher die Ausnahme. 

Und so war Ernährung 1.0 vor allem eines: nahrhaft und reichlich.

Essen mit Kompass

Die Defintion gesunder Ernährung änderte sich mit zunehmendem Wohlstand, denn die Zivilisationskrankheiten stellten sich ein, von Übergewicht, Zuckerkrankheit bis hin zu Krebs. Infolgedessen verschob sich auch das Ideal einer gesunden Ernährung.

Diäten waren angesagt. Die neu entdeckten Vitamine eröffneten das weite Feld der Nahrungsergänzung, und eine gesunde Ernährung hatte die Form von Rad und Pyramide.

Abbildung: Das Foodwheel der USDA, United States Department of Agriculture.
Das Foodwheel der 1940er Jahre. © USDA, United States Department of Agriculture.

Werbung als Ernährungsberater

In der Ernährung 2.0 wird Gesundheit zu einem Verkaufsargument und die Werbung erschuf die Mythen, die uns bis heute verfolgen:

  • Orangensaft zum Frühstück
  • Milch macht müde Männer munter
  • Fruktose für Diabetiker
  • Pflanzenöl statt Butter
  • nur das volle Korn ist ein gesundes Korn
  • Eisen im Spinat

Das Grundprinzip dieser Mythenbildung ist dabei immer das Gleiche: suche dir aus einem Lebensmittel eine vorteilhafte Eigenschaft “X” und vermarkte es dann als Superfood.

Vitamin-C im Orangensaft, Calcium in der Milch, Lycopin der Tomate, Ballaststoffe im Vollkorn, Chia und Omega-3, die Liste ist endlos.

Leider werden dabei alle anderen Eigenschaften ausgeblendet. Vor allem die negativen Eigenschaften, die das Lebensmittel in der Summe sogar eher ungesund machen.

Oder wie oft hast du schon von giftigen Tomaten, schädlichem Vollkorn oder gefährlichen Pflanzenölen gehört?

Du bist ein Unikat

Allerdings wird nicht nur die komplexe Biochemie unserer Lebensmittel ignoriert. Auch deine eigene Biologie und Körperchemie findet wenig Beachtung, wenn es um Ernährung geht.

Leider. Denn wir Menschen unterscheiden uns nicht nur äußerlich, sondern auch in Form, Funktion und Eigenschaften unserer inneren Organe.

Unser Magen, Darm, Leber, Zellen und Enzyme sind nämlich genauso bunt und abwechslungsreich wie Haut, Haar oder Augenfarbe.

Und darum kann das einheitliche Ernährungsmodell, DIE gesunde Ernährung für jedermann, nicht funktionieren!

“One diet fits all” gibt es nicht

Das ist der Grund, warum die klassischen Ernährungsmythen ins Leere laufen. Deshalb funktionieren Ernährungsformen wie Paläo, Keto, Vegan oder Rohkost für eine Weile und im Einzelfall. Oft genug aber auch nicht.

Infolgedessen hat die Ernährung der Zukunft in ihrer neuen Version 3.0 die biologische Vielfalt im Fokus.

Individuelle Ernährungspläne lösen die Allgemeinplätze ab, und aus Konfektion wird eine typgerechte Ernährung nach Maß. Basierend auf deiner einzigartigen Mischung von Biologie, Alter, Epi-Genetik, Sekretor-Status und Blutgruppe.


Was hat deine Blutgruppe mit Ernährung zu tun?

Die AB0-Blutgruppen sind mehr als einfache Blutfaktoren. Denn deine Blutgruppe ist ein zentraler Marker deiner Biochemie und definiert deinen biologischen Typ.

Das Gen für AB0 ist ein Schalter-Gen, das bereits im Embryo eine Vielzahl physiologischer und biochemischer Weichen stellt.

Je nach Blutgruppe steuert AB0 die Ausbildung deiner Blutgefäße, die Ausprägung deiner Verdauungsorgane, den Stoffwechsel, Hormone, und definiert dein Immunsystem.

Abbildung: Antigene der AB0-Blutgruppen, © foodfibel.de
AB0 ist unser Selbst-Marker. Deine Immunzellen prüfen bei jedem Zellkontakt, ob das richtige Blutgruppen-Antigen vorhanden ist. Und fehlen Zelle, Virus oder Bakterium die richtigen AB0-Marker, werden sie als Eindringling eingestuft und angegriffen.

Die AB0-Typen sind der Grund, warum sich der Mensch an die verschiedensten Umweltbedingungen anpassen kann. So ist die Entstehung der Blutgruppen eng verbunden mit der Lebensweise und Ernährung unserer Vorfahren.

Typ 0 – Jäger und Sammler

Blutgruppe 0 stellt die Weichen für ein Leben als Jäger und Sammler, mit einer Ernährung reich an Fleisch.

Entsprechend verfügt Typ 0 über die stärkste Magensäure und die effektivsten Abwehrwaffen gegen Fleischparasiten und Würmer: die Antikörper Anit-A und Anti-B.

Der sesshafte Typ A

Ohne Jagd und Großwild ist der Mensch gezwungen, seine Lebensweise anzupassen. Er wird sesshaft, um die pflanzliche Nahrung anzubauen.

Mit den Dorfgemeinschaften kommen jedoch neue Krankheiten und neue Herausforderungen für das Immunsystem. Eine Anpassung an dieses Leben ist Blutgruppe A. Und das A-Antigen ist die neue Waffe gegen bakterielle Infektionen.

Auch die neue pflanzliche Nahrung ist ein Problem, denn sie ist arm an Eiweiß. Typ A wird deshalb ein Meister, der pflanzlichen Nahrung ein Maximum an Protein zu entziehen.

Nomade und Typ B

Die Entstehung von Blutgruppe B lässt sich dagegen in die Steppen Zentralasiens zurückverfolgen.

Hier lebten Menschen erstmals als nomadische Herdenhalter, und Tiere waren Reittier und Fleischlieferant.

Auch Käse und Milchprodukte wurden eine willkommene Ergänzung im Speiseplan. Und bis heute ist Blutgruppe B der einzige Typ, für den Milchprodukte lebenslang gut verträglich sind.

Mehr zum Thema Milch und Milchprodukte in meinem Beitrag auf Quora.de.

Halb & halb: Typ AB

Blutgruppe AB ist die jüngste aller Blutgruppen und entsteht durch das eher zufällige Aufeinandertreffen der Typen A und B.

Das Problem:

Während die Typen A, B und 0 in sich sinnvolle Gesamtpakete darstellen, schafft die zufällige Kombination der Eigenschaftten von A und B eine Reihe ungewollter Effekte. Und dies hat erheblich Auswirkungen auf diverse Körperfunktionen von der Blutgerinnung, bis hin zur Vertäglichkeit von Lebensmitteln und der Interaktion mit den Nahrungslektinen.

Nachzulesen in..

Der Zusammenhang von Ernährung und Blutgruppe geht auf die Blutgruppenforschung von William Boyd in der Mitte des letzten Jahrhunderts zurück.

Und auch die aktuellen Forschungsarbeiten von Dr. Peter D’Adamo betrachte ich hier als wegweisend. Nachzulesen in seiner Vielzahl von Publikationen und Büchern zu Blutgruppe und typgerechter Ernährung.

Kennst du Lektine?

Bei Lektinen handelt es sich um Proteine, die wie ein Klettverschluss funktionieren. Und es gibt sie in den Varianten einfach und doppelseitig.

Die einfachen Lektine heften sich an andere Dinge. Beispielsweise verwenden Leberzellen diesen Lektin-Typ auf ihrer Oberfläche, um schädliche Bakterien und Parasiten aus dem Blutstrom zu fischen.

Zweifache Lektine funktionieren wie doppelseitiges Klebeband und heften zwei Objekte zusammen. Auf diese Weise wirken unsere Blutgruppen-Antikörper, die Bakterien zu Zellhaufen vernetzen.

Dieser Vorgang des Klebens und Verklumpens nennt sich Agglutination und ist in der Natur weit verbreitet. Zudem ist er sehr spezifisch, denn Lektine heften sich nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip nur an ganz bestimmte Zielmoleküle.

So heften sich die Lektine des Mais an andere Moleküle, als die Lektine der Linse. Und Weizenlektin attackiert wiederum andere Oberflächen als das Sojalektin.

Deine Nahrung will nicht gegessen werden

Lektine sind die Proteine der Pflanze, doch von ihrer Funktion sind sie die Antikörper und Abwehrwaffen der Pflanze. Gerichtet gegen ihre Fressfeinde: Insekten, Pilze, Bakterien, Viren und auch uns.

Für unsere Gesundheit spielen Lektine in Lebensmitteln allein deshalb eine große Rolle, weil sie die Zubereitung von Kochen bis Verdauung nahezu unbeschadet überstehen, denn dafür wurden sie konstruiert.

Und wenn sie dann in unsere Körper gelangen, attackieren sie dort die Gewebe, verursachen Entzündungen, und stören die Organfunktion.

  • Lektine interagieren mit den Oberflächen-Rezeptoren weißer Blutkörperchen und stimulieren sie zu übermäßiger Zellteilung.
  • Lektine der Nachtschatten Tomate und Kartoffel heften sich an Gelenke und sind Auslöser von Arthritis.
  • Das Weizenkeim-Lektin führt zu Darmerkrankung, Insulinresistenz und Vitamin-D-Mangel.

Dein AB0 im Fadenkreuz

Viele Nahrungslektine heften sich gezielt an die AB0-Antigene der Blutgruppen. Einige attackieren A, andere B, andere 0.

Entsprechend unserer Blutgruppe sind wir also unterschiedlich anfällig für die aggressiven Lektine der Lebensmittel.

Abbildung: Lebensmittel mit schädlichen Lektinen für die Blutgruppen 0, A, B und AB
Die Lektine vieler Lebensmittel sind AB0-spezifisch. Aus diesem Grunde sollten diese Lebensmittel von der jeweiligen Blutgruppe gemieden werden.

Das Beispiel der Blutgruppen zeigt, wie sehr die Ernährung mit dem Typ unserer Körperchemie verbunden ist. Und neben der Gruppierung nach AB0 existieren natürlich noch weitere Faktoren, die das Gesamtbild deines biologischen Typs ausmachen.

Wie erkenne ich meinen Lebertyp?

Wir Menschen sind eine bunte Kombi von Eigenschaften, die uns in der Summe einzigartig macht. Eine dieser Facetten ist die Blutgruppe. Eine weitere ist unser Lebertyp.

Die Leber ist unser zentrales Organ für Chemie und Stoffwechsel und hierfür hat sie ihre eigenen Enzymsysteme, allen voran die Trans-Acetylasen (TA). Sie helfen bei der Entgiftung und je nach Lebertyp gibt es sie in den Varianten stark, mittel und schwach.

Starke TAs sind sehr effektiv, wenn es darum geht Gifte zu verändern, um sie dann schneller auszuscheiden. Allerdings entstehen dabei auch erhebliche Kollateralschäden, wenn auch normale Nährstoffe übermäßig acetyliert werden. Insbesondere die Aufgiftung von Polyaminen aus der Eiweißverdauung ist hier das Problem.

Du erkennst schnelle Leberenzyme also recht einfach an ihrer Entgiftungsleistung:

Kannst du nach einer Tasse Kaffee am Abend ohne Probleme einschlafen? Dies spricht für einen schnellen Lebertyp, denn das Koffein wird zügig abgebaut.

Der langsame Lebertyp braucht dafür deutlich länger. Und so wirkt auch das Koffein wesentlich länger, was das Einschlafen entsprechend hinauszögert.

Eine Leber mit schwachen TAs tut sich daher generell schwer mit der Entgiftung von Toxinen, vom Koffein bis zu den Umweltchemikalien in Deo, Duschgel und Waschmittel. Allerdings hat sie dafür auch keine Probleme mit ungewollter Aufgiftung durch übereifrige Enzyme.

Letztlich hat also jeder Lebertyp seine Vor- und Nachteile. Wir müssen nur lernen damit umzugehen, und die Ernährung auf deinen Lebertyp abzustimmen.

Käfer oder Porsche?

Der Mensch hat rund 20.000 Gene und diese sind nicht identisch, sondern weisen eine Vielzahl von Variationen in der DNA-Basenfolge auf.

In einer Sequenz von GATTCT kann beispielsweise ein T durch A ersetzt werden, so dass sich die abweichende Basenfolge GATACT ergibt. Dies wird als Punktmutation bezeichnet, oder auch SNP, gesprochen: Snip, für Single Nucleotide Polymorphism.

SNPs in den Genen ändern die Eigenschaften der Gene und ihrer Genprodukte. Enzyme werden schneller oder langsam. Und wie wir bei den Enzymen der Leber gesehen haben, kann beides von Vorteil sein. Es kommt auf den Kontext an, und es verleiht uns als Spezies eine hohe Flexibilität.

Mittlerweile kennen wir beim Menschen rund 10 Millionen SNPs, und jeder einzelne von uns hat rund 1 Million davon. Dies sind die Variationen, mit denen wir geboren werden, und die uns ein Leben lang begleiten.

Allerdings müssen sie kein Schicksal sein, denn oftmals können wir eine Genvariante durch Anpassung der Genaktivität ausgleichen.

Sind die Enzyme zu langsam, wird das Gen stärker aktiviert, und die hohe Anzahl der Enzyme kompensiert nun ihre schwache Leistung. Und diese Aktivierung der Gene erreichen wir durch Umwelt, Lebensstil und vor allem die Ernährung.

Nutrigenomik: Gene steuern durch Ernährung

Die Steuerung unserer Gene durch Ernährung nennt sich Nutrigenomik und ist ein Prozess, den wir bereits lebenslang und größtenteils unbewusst betreiben.

Denn unser Leben, unsere Lebensmittel, genauso wie Sport, Rauchen, Schlaf, Stress und Urlaub verändern tagtäglich unsere Genaktivitäten.

Und das nur selten zu unserem Vorteil: schlimmstenfalls werden stumme Krebsgene aktiviert, oder unsere Krebs-Suppressor-Gene deaktiviert.

Abbildung: Epigenetik, DNA-Methylierung und Histon-Modifizierung
Genaktivitäten werden gesteuert, indem Gen-Startpunkte durch eine Methylgruppe versiegelt werden. Zusätzlich werden Gene um Histonproteine gewickelt und damit unlesbar.

Doch auch wenn die ursprünglich saubere Gen-Justierung über die Jahre Rost ansetzt, können wir sie wieder reinigen.

Dabei nutzen wir die Epigenetik zu unserem Vorteil, indem wir positive Gene aktivieren und negative Gene abschalten, und zwar mit Hilfe unserer Nahrung:

  • Wir versorgen den Körper mit ausreichend Methylgruppen, was vielerorten unerwünschte Gene runterregelt oder ausschaltet. Stichwort: B12 und Folat.
  • Zu schnelle Enzyme werden durch Auslastung gebremst, indem wir durch die Nahrung mehr Konkurrenzsubstrate bereitstellen. Esse ich mehr Omega-3, können die COX-Enzyme gleichzeitig weniger Entzündungshormone aus Omega-6 produzieren.
  • Bei zu langsamen Enzymen entfernen wir die Konkurrenzsubstrate und erhöhen die Rate der Genablesung. So kompensiert die hohe Anzahl der Enzyme letztlich ihre Langsamkeit.

Die glorreichen Sieben

In der Vielzahl unserer Gene gibt es immer wieder zentrale Hauptakteure, die das Große Ganze steuern.

Neben Blutgruppe oder Lebertyp zählen hierzu vor allem die Regelkreise von Entgiftung bis Hormonstatus, die über unsere Gesundheit befinden.

Und auch hier sorgen SNP-Genvarianten für Abwechslung in unserer Körperchemie und für weitere individuelle Marker:

  • MTHFR – Methylen-Tetrahydrofolat-Reduktase ist das zentrale Enzym der Methylierung und eng verbunden mit den Vitaminen B12 und Folsäure. Methylierung ist an allen Prozessen der Epi-Genetik und Entgiftung beteiligt. Methylierung schaltet Gene aus und ein, und Methylierung entgiftet schädliches Homocystein zu Methionin. SNPs und Umweltfaktoren beeinflussen unser MTHFR und bewirken eine gestörte Methylierung.
  • DAO – D-Aminooxidase ist für den Abbau von Aminen verantwortlich und damit auch für den Histamin-Stoffwechsel von zentraler Bedeutung. Histamin ist der Entzündungs-Botenstoff. Ein langsames DAO führt deshalb zu erhöhtem Histamin, Allergien, Hautreizung und Entzündungen.
  • COMT – Catechol-O-Methyltransferase steuert unsere Hormone Adrenalin und Dopamin, indem es diese Botenstoffe inaktiviert und dem Abbau zuführt. SNPs und Umweltfaktoren können COMT bremsen oder beschleunigen. Dies führt zu Dopamin-Dominanz oder -Mangel mit den Folgen von Antriebslosigkeit, Suchtgefahr, Kopfschmerz oder Angstzuständen.
  • MAOA – Mono-Aminooxidase steuert den Serotonin-Abbau und entscheidet damit über unsere Stimmungslagen. Ein langsames oder schnelles MAOA bewirkt zuviel oder zuwenig Serotonin und damit mentale Probleme, Schlafstörungen oder Suchtpotential für Spiel, Tabak und Alkohol.
  • GST – Glutathion-S-Transferase ist das Schlüsselenzym der Entgiftung und bestimmt, wieviel Glutathion dem Körper zur Beseitigung von Umweltgiften und freien Radikalen zur Verfügung steht. Die Folgen von Glutathionmangel reichen vom Ergrauen der Haare bis zu neurologischen Tics oder Autoimmunerkrankungen wie Diabetes und Schuppenflechte.
  • NOS3 – Nitricoxide Synthase bildet das Gefäßhormon Stickoxid, das die Weitung der Blutgefäße regelt. Ein Mangel zeigt sich im Blutdruck, schlechter Wundheilung und Typ2 Diabetes.
  • PEMT – Phosphatidyl-Ethanolamin N-Methyltransferase ist nicht nur ein Zungenbrecher, sondern auch verantwortlich für den Zellbaustein P-Cholin und damit gesunde und intakte Zellwände und Gewebemembranen. Defizite im PEMT führen zu Fettleber und Leberschäden. Ein schwaches PEMT lässt sich jedoch recht gut durch gezielte Ernährung und substratreiche Lebensmittel ausgleichen.

Wie sinnvoll sind Gentests?

Für diese 7 Enzym- und Regelkreise sind eine Vielzahl von SNPs bekannt, die mittlerweile auch relativ einfach und kostengünstig durch DNA-Sequenzierung zu bestimmen sind.

Allerdings halte ich diese Gentests oftmals für wenig sinnvoll, da die Identifizierung einer Genvariante keine Aussage zulässt über die tatsächliche Aktivität diese Gens in der konkreten Lebenssituation.

Beispielsweise brauche ich für die Beurteilung des MTHFR eines Rauchers keinen MTHFR-Gentest. Die Tatsache des Rauchens genügt um zu erkennen, dass sein MTHFR kompromittiert ist.

Insofern ist dein tatsächlicher Ist-Zustand wichtiger als das Ergebnis im Gentest. Und dieser ist sehr einfach abzulesen an deiner Befindlichkeit und deinen Lebensumständen.

Übrigens:

Um das Ganze für den Laien zu vereinfachen, habe ich die Foodfibel App für meine Klienten so angelegt, dass die “glorreichen Sieben” von vornherein berücksichtigt und unterstützt werden.

Die 6 Epi-Genotypen

Blutgruppe und SNPs sind angeboren und damit unveränderlich. Um jedoch flexibel zu bleiben, und sich stets aufs neue auf die aktuellen Verhältnisse von Umwelt und Nahrung einzustellen, braucht es noch ein individuelles Fine-Tuning.

Diese Grundprägung erfolgt in den ersten Lebensmonaten des Embryos, wenn sich konkret entscheidet, welche Gene wo und wie stark aufgedreht werden.

Um bei einem Bild zu bleiben:

Der Ball rollt den Hügel hinab. Und die Beschaffenheit des Hügels, der Untergrund, die Windrichtung oder Schnee entscheiden, an welcher Seite des Hügels, und an welchem Punkt der Ball landet.

Genauso wie das Bergab des Balles entsteht in dem Embryo aus der Summe aller Vorgaben der Gene, Ernährung, Jahreszeit und Gesundheit der Mutter ein Grundmuster von Eigenschaften. Dein Epi-Genotyp.

Diese Gen-Justierung nennt sich Epi-Genetik und sie ist der Grund für die große Anpassungsfähigkeit des Menschen an die verschiedensten Lebensverhältnisse.

Der Mensch ist überlebensfähig in Zeiten von Hunger und Seuchen. Er gedeiht in heißer Wüste und arktischer Kälte. Er besiedelt die tropischen Urwälder und urbanen Metropolen. All dies durch die epi-genetische Anpassung des Embryos an die jeweilige Außenwelt.

Epi-Genotypen resultieren aus der Kombination von Biologie, Blutgruppe und der Weltsicht-Komponente “Reaktor”, “Sammler” oder “Tolerant”.

Die passende Ernährung für deinen Typ

Eine gesunde Ernährung kann also nur funktionieren, wenn sie deine ganz persönliche Biologie berücksichtigt.

Sehr hilfreich sind deshalb individuelle Ernährungspläne. Sie zeigen dir die besten, aber auch gefährlichsten Lebensmittel, maßgeschneidert auf deine Bedürfnisse.

Die Highlights eines Ernährungsplans sind natürlich deine Superfoods. Und auch wenn dieser Begriff zur Zeit inflationär gehandelt wird, so sagt er doch genau das: “mehr als nur ein Lebensmittel”.

Deine Superfoods vertragen sich bestens mit deinem Typ und bringen deine Körperchemie wieder ins Gleichgewicht. Sie dämpfen entzündliche Reaktionen, Allergien und sorgen für eine gesunde Darmflora und ein artenreiches Mikrobiom.

Deine Superfoods wirken epi-genetisch und stellen deine jugendliche Genjustierung wieder her. Sie drehen die Krebsgene zu und die Supressorgene wieder auf.

Deine Superfoods halbieren die Krankheitsdauer und sind dein ganz persönlicher Jungbrunnen.

Allerdings: Deine Superfoods sind deine Superfoods. Und dies unterscheidet den Begriff vom aktuellen Hype um die exotischen Novel-Foods.

Die Foodfibel App ist der passende Ernährungsplan für deinen Typ und enhält mehr als 500 Lebensmitteln, sortiert in die Bereiche von Superfood bis Meiden.

Maßanzug statt Konfektion

Den typgerechten Ernährungsplan gibt es leider nicht von der Stange, denn zunächst braucht es ja die Typbestimmung. Aus diesem Grunde habe ich eine sehr einfache und effektive Online-Typbestimmung entwickelt.

Abschließend bleibt vor allem eine Erkenntnis:

Wir müssen uns vom klassischen Bild der Lebensmittel verabschieden.

  • Denn unsere Lebensmittel sind nicht für alle gleich gut geeignet.
  • Lebensmittel sind nicht von Natur aus “unsere Lebensmittel”.

Und auch wenn ich mich da wiederhole:

Tiere und Pflanzen wollen nicht gegessen werden!

Und da Tiere weglaufen können, verfügen Pflanzen über andere Mittel und Wege, um sich und ihre Nachkommen zu schützen. Hierzu zählen Dornen und eine dicke Schale, aber genauso auch eine Vielzahl von “chemischen Dornen”, die uns angreifen und schädigen.

Dementsprechend sollten wir nicht nur die Kalorien unserer Nahrung zählen. Sondern auch bedenken, wie sich diese Lebensmittel mit unserer eigenen Körperchemie vertragen.

Und diese neue Erkenntnis der Nutrigenomik lehrt uns genau das: Ein Lebensmittel ist nahrhaft, aber zugleich Medizin oder Gift. Seine Wirkung endet nicht in Magen und Darm, sondern reicht tief hinein, bis auf die Ebene unserer Zellen und Genetik.

Und was hast du davon?

Die falschen Lebensmittel sind der Auslöser für Krankheiten. Sie verzögern deine Heilung und sabotieren deine Erholung nach Training und Verletzungen.

Typgerechte Ernährung schützt deine Darmgesundheit und vermeidet so unnötige Allergien und Autoimmunerkrankungen.

Krankzeiten werden halbiert, Gelenke und Blutgefäße heilen, dein Blutdruck wird normal. Und auch dein mentales Wohlbefinden verbessert sich.

So funktioniert typgerechte Ernährung in der Praxis:

Gesund essen mit Plan