Grüner Tee – Detox und Jungbrunnen

Grüner Tee ist wohl die gesundheitlich wertvollste Teesorte und kann in Asien auf eine Jahrtausende alte Geschichte zurückblicken. Vor allem in Japan wird der Konsum von Grüntee in einer überlieferten Teezeremonie bis heute stilvoll zelebriert.

In der Herstellung stammt Grüntee, wie auch der Schwarze Tee, vom subtropischen Tee-Strauch “Camellia”. Der Unterschied beider Tees besteht in der Verarbeitung nach dem Pflücken der Blätter:

Während der Schwarztee nur leicht angetrocknet weiter fermentierten kann, wird Grüntee durch leichtes Erhitzen gründlich getrocknet. Trocknung und Hitze verhindern bakterielle Prozesse und so bleiben die Inhaltsstoffe im Teeblatt nahezu unverändert erhalten.

Tee als Detox und Entgiftung

Viele Getränke wie Kaffee, Säfte und Limonaden sind überladen mit Inhaltsstoffen und weisen entsprechend hohe osmotische Werte auf. Als Quelle für frisches Körperwasser und Spülung der Körpergewebe sind sie deshalb denkbar ungeeignet.

Dagegen ist Tee bekannlich sehr viel dünner und somit das ideale Getränk um deinen Wasserbedarf zu decken.

Von Vorteil ist auch die Teeherstellung im Aufgussverfahren:

Das Abkochen des Wassers tötet schädliche Keime und löst eine Vielzahl von Mineralien und pflanzlichen Inhaltsstoffen. Gleichzeitig werden unerwünschte Stoffe wie Schwermetalle durch die pflanzlichen Oxlalate unlöslich und ausgefällt.

Grüntee ist mit seinem Gehalt an Jod, Phosphor, Mangan, Calcium, Kupfer und Zink deutlich mineralreicher als Mineralwasser. Und während kohlensaures Wasser den Säurehaushalt des Körpers zusätzlich belastet, wirken basische Tees ausgleichend auf deinen Körper-pH. Am Rande sei erwähnt: in der Natur gibt es kein Tier oder Pflanze, das Mineralwasser trinkt.

Tee ist wohl auch deshalb so gut bekömmlich, weil sich bereits die physikalischen Mikrostrukturen von Teewasser und deinem Körperwasser sehr ähnlich sind: Sowohl die organischen Teepartikel, als auch deine Zellstrukturen sind umgeben von Schichten aus quasi-kristallinem EZ-Wasser.

Gesund bleiben mit Grüntee

Grüner Tee ist heute Inbegriff für ein langes und gesundes Leben, denn die Vielzahl von günstigen Eigenschaften machen ihn zu einem ganz besonderen Lebensmittel.

Verglichen mit Kaffee enthält Grüntee weniger Koffein, was ihn sehr viel bekömmlicher macht. Daher überwiegen beim Grüntee vor allem die positiven Wirkungen des Koffeins.

Grüne Teeblätter enthalten zwar auch die Vitamine A, B, C, E und K, doch sind diese im fertigen Tee nur in geringster Menge anzutreffen. Reichlich gelöst finden sich dafür Polyphenole, Catechine und Flavonoide, die sich auf unsere Gesundheit ausgesprochen förderlich auswirken.

Grüntee wirkt dämpfend auf den Blutzucker, entlastet Insulin und mildert die Verläufe von Zuckerkrankheit und diabetischer Nierenerkrankung.

Stresshormone wie Cortisol werden reduziert, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt. Die Bitterstoffe aktivieren Leber und Verdauung. Und Grüner Tee ist sehr hilfreich bei Übergewicht und Adipositas.

Bei neuro-degenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson empfiehlt sich grüner Tee, weil Grüntee die Ausbildung der Amyloid-Fibrillen und damit die gefürchteten Plaques im Nervengewebe verhindern kann.

Über diese physiologischen Eigenschaften hinaus wirkt grüner Tee aber auch epigenetisch. Grüntee beeinflusst die Art und Weise wie wir altern, und zwar zu unserem Vorteil.

Die Epigenetik der Alterung

Der Alterungsprozess ist eng verbunden mit dem Zustand deiner Gene in Form der DNA. Diese DNA kann nämlich auch altern, wenn sie durch Umweltfaktoren wie Strahlung oder oxidativen Stress verändert und geschädigt wird.

In der Regel kommt sie damit aber recht gut klar, denn unsere Zellen verfügen über ein sehr effektives System zur Reparatur von DNA-Schäden. Und auch die Zellteilung ist da von Vorteil. Denn wenn sich die Chromosomen bei jeder Zellteilung verdoppeln, werden sie auch jedes Mal zu 50% erneuert.

Die Ursache der Alterung müssen wir deshalb an anderer Stelle suchen, und zwar auf Ebene der Gen-Regulation im Bereich der Epigenetik.

Abbildung: Epigenetik, DNA-Methylierung und Histon-Modifizierung
Gene werden aus- und eingeschaltet, indem die Startregion des Gens durch Methylierung verändert wird. Die Bindung einer Methylgruppe an den DNA-Strang verhindert eine Ablesung des Gens und wie ein verhakter Reißverschluss sind die Gene damit ausgeschaltet.
Histon-Proteine wickeln die DNA-Stränge auf und verhindern damit ebenfalls eine Ablesung der Gene. Erst die Modifizierung der Histone durch Bindung einer Acetylgruppe entrollt Teile der DNA und führt zu einer Aktivierung entsprechender Gen-Bereiche.

Grüner Tee als Jungbrunnen

Zum Zeitpunkt der Geburt sind deine Gene perfekt aufeinander eingestellt und in den Organen deines Körpers sind ausschließlich die jeweils organspezifischen Gene aktiv. Alle Gene, die in diesem Zelltyp nichts verloren haben und eher stören würden, sind durch DNA-Methylierung und Histon-Bindung effektiv ausgeschaltet.

Bei jeder Zellteilung werden jedoch die DNA-Stränge verdoppelt und allzu oft geht dabei am neuen Strang die Methylierung verloren. Wenn beispielsweise durch Fehlernährung, Krankheit oder äußere Stressfaktoren die notwendigen Methylgruppen fehlen.

Infolgedessen geht die ursprüngliche Grundeinstellung der Gene verloren. In den Geweben werden unerwünschte Gene aktiv, die Zellabläufe geraten durcheinander und letztlich erwachen sogar die Krebsgene aus ihrer Abschaltung.

Ziel einer effektiven Anti-Aging-Strategie ist deshalb die Bewahrung und Wiederherstellung der ursprünglichen Gen-Justierung. Und dies erreichen wir mit Hilfe von Lebensmitteln, die:

  1. ausreichend Methylquellen liefern. Wie Betain Trimethylglycin in Roter Beete.
  2. Kofaktoren der Methylierung bereitstellen. Wie Vitamine B12 oder MTHFolat.
  3. Adaptogene wie Grüner Tee, der auf die Methylierungsprozesse regulierend einwirkt.

Die Inhaltsstoffe von Grüntee schützen nicht nur die DNA vor oxidativem Stress und freien Radikale, sondern sorgen zusätzlich für eine Re-Methylierung der Chromosomen und bringen dich deiner jugendlichen Epigenetik ein gutes Stück näher.

Zubereitung von Grüntee

Grüner Tee ist im Handel in einer Vielzahl von Varianten erhältlich. Als loser Blatttee, fein gemahlen, aus jungen Pflanzenblättern, robusten Altblättern, Blattanteilen ohne Adern, beschatteten Blättern. Oder in den geografischen Verbreitungen aus Indien, China, Japan oder inzwischen auch Vietnam.

Die geschmacklichen Unterschiede sind dabei eher minimal, denn in der Regel hat die Art der Zubereitung mehr Einfluss auf Geschmack und Inhaltsstoffe als die Herkunft des Grüntees.

Die Zubereitung von Grünem Tee folgt der Vielfalt der Teevarianten, da für jede Grünteesorte auch individuelle Ziehzeiten, Wassertemperaturen und Anzahl von Aufgüssen empfohlen werden.

Das Ziel dieser Aufgüsse besteht zumeist darin, dem Tee geschmackliche Variationen zu entlocken. Und da sich die verschiedenen Inhaltsstoffe schneller oder langsamer lösen, unterscheiden sich die Aufguss-Varianten recht deutlich in ihrer chemischen Zusammensetzung.

Die Auftrennung der Inhaltsstoffe bei Mehrfachaufgüssen ist jedoch nicht immer von Vorteil. Beispielsweise löst sich das Koffein des Grünen Tees bereits sehr früh und im ersten Aufguss. Inhaltsstoffe wie die Aminosäure Theanin, die dieses Koffeein aber erst gut verträglich machen, lösen sich erst relativ spät und landen dann im zweiten Aufguss. Der Tee verliert damit seine natürliche Komposition und ganzheitliche Wirkung.

Was die Zubereitung von Grüntee jedoch von allen anderen Teesorten unterscheidet ist die Frage der Brühtemperatur. Denn Grüner Tee wird nicht nur mit kochendem Wasser, sondern je nach Sorte auch mit Temperaturen von 50°-80°C aufgegossen.

Grüner Tee – es geht auch einfach

Grüntee ist bei mir ein täglicher Begleiter und so haben sich über die Jahre einfache Abläufe etabliert. Selbst ein komplexes Thema wie Grüner Tee geht damit allmorgendlich einfach und zügig von der Hand.

Foto: Filterkanner Tee, Copyright: Dzmitry Ryshchuk, #113056475-123rf.com

Ich verwende bevorzugt die Grünteesorte Sencha, die sowohl geschmacklich, preislich, qualitativ und auch im Hinblick auf gesunde Inhaltsstoffe überzeugt. Für den Aufguss verwende ich eine Wassertemperatur von rund 70°C.

Um die Abkühlzeit des Kochwassers abzukürzen, mische ich mir einfach die gewünschte Wassertemperatur: Ich fülle etwas kaltes Wasser in die Teekanne und gieße dann mit heißem Kochwasser auf. Umrühren, und erst dann gebe ich einen Teelöffel Teeblätter hinzu, frisch gemahlen aus der Kurbel-Kaffemühle.

An die Aufgusszeiten von 2 Minuten halte ich mich eher selten und so kann ein Tee bei mir schon mal 10 bis 20 Minuten durchziehen. Geschmacklich ist das kein Problem, da ich von vornherein weniger Teeblätter verwende.

Ist der Tee fertig gezogen, schiebe ich den Filtereinsatz in die Bodumkanne. Getrunken wird der Tee dann über den Vormittag verteilt, beim Sport, und jeweils mit einem Schuss Heißwasser aus der Thermoskanne.

Verwende ausschließlich hochwertigen Grüntee in Bio-Qualität!

Untersuchungen haben gezeigt, dass die nicht-bio Teeprodukte aus dem Handel durchweg hochbelastet sind mit Spritzmitteln und Mineralöl.

Verwende losen Tee statt Teebeutel! Im Teebeutel findet sich häufig nicht nur der Tee, sondern auch giftiger Beiwuchs der Teepflanzen, der mitverarbeitet wurde. Beim losen Tee kann durch Sieben vor der Abfüllung eine hohe Reinheit gewährleistet werden. Außerdem erkennt man mit bloßem Auge, ob Fremdpflanzen und -blätter dabei sind.

Die unterschiedlichen Teesorten, Grüntee-Varianten und die Verträglichkeit mit deinem biologischen Typ findest du in der Foodfibel-App in der Kategorie “Getränke”.

Autor: Frank Lewecke

Frank Lewecke ist Diplom-Biologe und Gründer von Foodfibel.de. Als Experte für typgerechte Ernährung und Ernährungstherapie gilt sein Augenmerk der Gesundung von Menschen durch Lebensstil und die Auswahl geeigneter Lebensmittel.

Biologie-Studium an der Universität Bayreuth. 1989 Vordiplom in Biologie, Physiologie. 1993 Biologie-Diplom in Genetik, Mikrobiologie, chemischer Ökologie, Toxikologie. 1994 Doktorand im DFG Graduiertenkolleg medizinische Klinik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. 1995 Freiberuf, Publikationen, Fortbildungen. 2016 Gründung der Foodfibel. 2018 Entwickler der Foodfibel App.

Im Radio Live-Talk:

Frank Lewecke zu gesunder Ernährung.

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