Typ AB-Siedler: Biologie und Stoffwechsel

Der Typ AB-Siedler ergibt sich aus der Kombination der folgenden genetischen und physiologischen Merkmale und Biomarker:

  1. Körpertyp: Ekto- bis mesomorph (entspricht im Ayurveda Vata/Pitta)
  2. Epigenotyp: Tolerant
  3. Blutgruppe: AB
  4. Sekretor-Status: Sekretor
  5. Lebertyp: Schwach (niedrige CYP-Enzymaktivität)
Schemabild: Die biologischen Merkmale von AB-Siedler als Puzzlesteine, die ein Gesamtbild ergeben. (c) foodfibel.de
Der Typ AB-Siedler ist die Summe seiner Teile: Körpertyp, Stoffwechsel, Immunabwehr, Epigenetik, Blutgruppe und Lebertyp.

Die Biologie der Toleranz

AB-Siedler sind geprägt durch ein hohes Maß an biologischer Toleranz, und so ist auch die Aktivität von Leber, Magen und Immunabwehr eher mild und moderat. In jungen Jahren mit einer geringen Neigung zu Allergien und Autoimmunkrankheiten.

Allerdings: Schädliche Faktoren, Tumorzellen, Keime und Erreger werden toleriert, anstatt sie zu bekämpfen.

Daraus folgt: Ohne wirksame Gegenmaßnahmen können sich Umweltgifte und eine Fehlbesiedlung von Lunge, Haut oder Darm als chronische Entzündungen dauerhaft festsetzen.

Die embryonale Entstehung deines Epigenotyps

Der Epigenotyp ist das Ergebnis pränataler Anpassung, denn lange bevor wir geboren werden, scannt der Organismus die Umweltbedingungen, um das neue Leben auf die äußere Welt und die dortigen Lebensverhältnisse vorzubereiten.

  • Der Sammler (Prägung durch Mangel): Erlebt der Embryo vor der Geburt Hunger und Kalorienmangel, so werden „Sammlergene“ aktiviert. Der Stoffwechsel wird auf extreme Effizienz programmiert, um jede Kalorie für Notzeiten zu speichern.
  • Der Reaktive (Prägung durch Stress): Hier reagiert das System auf äußere Stressfaktoren, Krankheit oder Instabilität während der Kindesentwicklung. Das Ergebnis ist ein hochsensibles Immunsystem, das sofort und oft überschießend auf Reize reagiert.
  • Der Tolerante (Dein Typ): Der AB-Siedler entsteht in einer stabilen und harmonischen Umgebung. Die Gen-Programmierung setzt hier auf Koexistenz statt auf Konfrontation. Dein System wurde darauf geeicht, Ressourcen effizient zu nutzen und äußere Einflüsse eher zu integrieren als sie aggressiv abzuwehren. Diese „diplomatische“ Grundeinstellung deines Immunsystems ist heute dein Markenzeichen – mit dem Risiko, dass auch schädliche Faktoren eher toleriert als eliminiert werden.

Der Einfluss von Nahrung auf deine Blutviskosität

Als Blutgruppe AB hat dein Blut mehr Von-Willebrand-VIII und damit mehr Viskosität und Gerinnungsneigung. Das Risiko für Thrombosen und Schlaganfälle ist deshalb um 83 % höher als bei Personen mit Blutgruppe 0 (Zakai et al. 2016, PubMed ID 24444093).

Die zusätzliche Blutgerinnung durch Nahrungslektine verschärft diese Anfälligkeit für Thrombosen, denn pflanzliche Abwehrstoffe und Lektine in der Nahrung wirken wie ein biologischer Klebstoff:

Nimmst du Lebensmittel zu dir, deren Lektine nicht mit deiner Blutgruppe harmonieren, wird der Blutfluss gebremst, die Sauerstoffversorgung der Zellen sinkt und dein Körper geht in eine defensive Abwehrhaltung. Die Folgen sind Allergien, Asthma, Histaminprobleme oder Hautreizungen.

Der Lebertyp: Entgiftung ohne „Aufgiftung“

Die Entgiftung von Schadstoffen in der menschlichen Leber erfolgt in zwei Schritten: In Phase 1 werden die Problemstoffe mithilfe der Cytochrome oxidiert, in Phase 2 werden sie wasserlöslich gemacht und ausgeschieden.

Der AB-Siedler verfügt über Cytochrom-P450-Enzyme mit niedriger Aktivität (insbesondere CYP2E1) und damit über einen schwachen Lebertyp.

Der Vorteil der Langsamkeit: Während „starke“ Lebertypen die Gifte in Phase 1 sehr schnell umbauen, mit der Folge von Aufgiftung und aggressiven Zwischenprodukten, bleibt dein System von diesen gefährlichen Reaktionsprodukten und Arenoxiden verschont.

Die Herausforderung: Im Gegenzug verbleiben Toxine, Medikamente und Umweltchemikalien länger in deinem System – vom Koffein bis zu den Wirkstoffen in deinem Duschgel.

Ein Indikator für diesen Lebertyp ist daher die Koffein-Verträglichkeit:

  • Wenn dich eine Tasse Kaffee am Abend am Einschlafen hindert, weist dies auf langsame Leberenzyme. Deine Leber braucht sehr lange, um das Koffein abzubauen.
  • Bei Personen mit einem schnellen Lebertyp ist das Koffein dagegen bereits nach wenigen Minuten neutralisiert. Du kennst sie sicher auch: Die starken Kaffeetrinker, die sich nach einer Tasse Kaffee direkt schlafen legen.

Deine Strategie: Deine Leber hat eine schwache Phase 1. Daher ist „Vermeidung“ dein bester und wichtigster Schutz: Meide konsequent Umweltgifte und belastete Lebensmittel, da diese andernfalls überlange in deinem Körper verbleiben und dementsprechend länger Schäden anrichten können.

Dein Magentyp – geprägt durch Blutgruppe AB

Die AB0-Blutgruppen sind biologische Schalter, die bereits im Embryo die Ausbildung der Verdauungsorgane steuern. So bewirkt Blutgruppe 0 einen Magen mit starker Magensäure, während Blutgruppe AB einen eher säurearmen Magentyp ausbildet.

Starke Magensäure erleichtert die Verdauung von Proteinen und hemmt die Enzyme für die Verdauung von Kohlenhydraten. Ein säurearmer Magen fördert dagegen die Verdauung von Kohlenhydraten und tut sich schwer mit der Verdauung von Proteinen.

Magensäure ist jedoch nicht nur für die Zersetzung deiner Nahrung zuständig, sondern dient zugleich als Säurewall gegen unerwünschte Keime. Beim AB-Siedler ist dieser Schutzwall daher schwächer, was dein Risiko für eine Fehlbesiedlung des Darmes, SIBO oder Candida erhöht.

Protein-Verdauung: Für die Verdauung von Proteinen ist starke Magensäure besonders wichtig. Da diese bei dir eher schwach ausfällt, sind rotes Fleisch und bestimmte Hülsenfrüchte eine starke Belastung für deine Verdauung.

Das Vitamin B12-Problem: Ein schwacher Magen bildet nicht nur weniger Säure, sondern auch weniger „Intrinsic-Faktor“. Dieses Protein ist zwingend notwendig, um Vitamin B12 aus der Nahrung sicher in den Körper zu transportieren. Ein schwacher Magen birgt daher stets das Risiko für einen Mangel an B12 und damit an Energie und Fokus.

Was bedeutet das für dich?

Du bist deiner Biologie nicht einfach ausgeliefert, vielmehr ist sie deine Chance. Denn mithilfe der richtigen Lebensmittel – passend zu deiner Blutgruppe und deinem Stoffwechsel – kannst du deinen Blutfluss verbessern, deine Leber entlasten, und so deine Energie und Belastbarkeit lebenslang bewahren.

Tipps, Informationen und Lebensmittel für AB-Siedler

  • Dem AB-Siedler fehlt die starke Magensäure für die Verdauung von rotem Fleisch und Rohkost. Vegetarische Garküche statt Paläo wäre hier eine sehr gute Idee.
  • Im Gegenzug verbessert der Mangel an Magensäure die Enzymaktivität von Amylasen. Komplexe Kohlenhydrate wie Stärke sind daher sehr gut verdaulich. Dementsprechend ist Low Carb für AB-Siedler weniger vorteilhaft.
  • Blutgruppe AB verfügt über nur 25 % von Darmenzym Alkalische Phosphatase. Zusätzlich wird dieses Enzym der Fettverdauung durch das A-Antigen gehemmt. Fettreiches Keto wäre auf Dauer also wenig ratsam.
  • Blutgruppe AB hat keine Antikörper gegen B. Dieses B ist der Zucker Galaktose. Und Galaktose ist zugleich ein Baustein von Milchzucker Laktose. Der Verzehr von Laktose bewirkt daher keine Immunreaktion wie bei den Blutgruppen 0 und A.
  • Eine konkrete Liste an Lebensmitteln findest du in der Foodfibel AB-Siedler: 770 Lebensmittel in den Farbstufen Grün++, Grün, Neutral, Orange und Rot.

Wenn du online oder bei KI-Chatbots nach Informationen zum Typ AB-Siedler suchst, wirst du häufig auf Ergebnisse und Begriffe stoßen wie AB-Typ, Landwirt, Teacher, Lehrer, Nomade o.ä.

Diese Begriffstypen und Erklärungen basieren zumeist auf der alten Blutgruppendiät von D’Adamo oder stammen von anderen Autoren mit speziellem Fokus.

Bitte beachte: Dies hat nichts oder nur wenig mit der ganzheitlichen Einstufung nach Foodfibel und den Foodfibel-Typen zu tun!

Warum die alten Blutgruppentabellen zu kurz greifen:

Die klassische Blutgruppendiät basiert nahezu ausschließlich auf der Blutgruppe. Alle anderen Faktoren werden dabei ausgeblendet. Die Folge: Selbst gesunde Lebensmittel für deine Blutgruppe können für DICH sogar schädlich sein, wenn sie diese weiteren Kofaktoren nicht miteinbeziehen:

  1. Der Sekretor-Status: Ob du deine Blutgruppen-Antigene in deine Körperflüssigkeiten (Speichel, Schleimhäute) abgibst, verändert die Wirkung von Lektinen massiv. Ein „Nicht-Sekretor“ benötigt häufig andere Lebensmittel als ein „Sekretor“.
  2. Der Epigenotyp: Die pränatale Prägung erklärt, warum zwei Menschen mit Blutgruppe AB völlig unterschiedliche Stoffwechseltypen haben können.
  3. Leber- und Magentyp: Erst die Einbeziehung der Enzymaktivität (CYP) und der tatsächlichen Säureleistung des Magens entscheidet über Verträglichkeit und Entgiftungskraft.
  4. Toxine und Problemstoffe: Strenge Prüfung auf Oxalate, Lektine, Omega-6-Fettsäuren, Histamin, Fruktose und Gluten.
  5. Schutz gegen chronische Entzündungen: Bewertung von Omega-3-Index, senolytischen Faktoren und entzündungshemmenden Inhaltsstoffen.
  6. Darm- & Mukosa-Schutz: Fokus auf intakte Darmbarriere und präbiotische Stoffe für ein artenreiches Mikrobiom.
  7. Stoffwechsel-Support: Unterstützung von Leber und Langlebigkeit durch SIRT-Foods und Methylquellen (B12, Folat).
  8. Epigenetische Regulation: Berücksichtigung wichtiger Genschalter und Enzyme (z. B. MTHFR, DAO, COMT).
  9. Biochemische Balance: Optimierung des Aminosäure-Profils
  10. Säure-Basen-Haushalt: PRAL-Werte, Säurepuffer und Basenbildner.
  11. Nährstoffdichte: Hohe Konzentration an natürlichen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.
  12. Energie & Abnehmen: Kontrolle von Kaloriendichte und Zuckerlast bei gleichzeitiger Berücksichtigung deines Ayurvedatyps.

Ein Beispiel: Oxalate

Die Kiwi gilt als gesundes Obst. Der hohe Gehalt an Oxalsäure und Oxalaten schädigt jedoch die Zellgewebe:
Lösliche Oxalsäure bildet in deinem Körper Kristallnadeln aus Calciumoxalat, die deine Darmwand, Bindegewebe, Gelenke, Nieren, Blutgefäße, Zellen und Mitochondrien physisch verletzen und entzünden.

Lebensmittel mit hohen Oxalatwerten wie Kiwi, Mandeln, Cashew, Spinat oder Süßkartoffel sind in der Foodfibel daher stark herabgestuft.

„Synergistic Defensive Function of Raphides through the Needle Effect“,
© Konno et al. 2014.

Fazit

Wenn du im Netz auf Listen stößt, die lediglich „Blutgruppe AB“ berücksichtigen, fehlen dir über 90 % der relevanten Kriterien für die Gesundheit von Lebensmitteln.

Um eine sichere und zuverlässige Wirkung auf deine Ernährung, Gesundheit und Wohlbefinden zu garantieren, bedarf es daher einer vollständigen und mehrschichtigen Einstufung von Lebensmitteln.

Das Gleiche gilt für moderne Ernährungsformen wie Vegan, Keto, Low-Carb und Paläo, sowie Halal oder Koscher.

In jedem Fall empfiehlt sich der Abgleich mit deinem biologischen Typ im Rahmen einer ganzheitlichen Typernährung. „Ganzheitlich“ bedeutet, dass alle der oben genannten Faktoren Berücksichtigung finden:

  1. Dein biologischer Typ,
  2. sowie die Liste an Kofaktoren, die darüber entscheiden, ob ein Lebensmittel gesund oder ungesund für dich ist.

Die gesundheitlichen Folgen einer Ernährung mit den falschen Lebensmitteln können dabei sehr weit reichen – von ADHS, Allergien, Asthma und Autoimmunkrankheiten, über chronische Entzündungen, Depressionen bis hin zu Zöliakie.

Foto: Bioladen mit Regalauslagen: Gemüse, Backwaren, Öle und Konserven. (c) foodfibel.de
Für eine gesunde Ernährung braucht es ein Umdenken im Verständnis von Lebensmitteln. Denn nur weil bestimmte Lebensmittel im Supermarkt und Bioladen frei erhältlich sind – oder Experten und Influencer bestimmte Lebensmittel und Produkte empfehlen – heißt das noch lange nicht, dass sie tatsächlich gut für dich sind.

Die Themen Ernährung und Lebensmittel sind komplex und erfordern detaillierte Kenntnisse in Biologie und Biochemie. Doch wer hat im Alltag die Zeit, Ernährung zu seinem Lebensinhalt zu machen? Wer möchte täglich neue Studien sichten oder ständig neue KI-Diskussionen führen?

Die Foodfibel schließt diese Lücke, indem sie moderne Epigenetik, Blutgruppen-Typisierung, Ayurveda und den Säure-Basen-Haushalt zu einem wirkstarken Gesamtbild und einem individuellen Gesundheitsprogramm vereint.

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